Typische Herausforderungen im Azubi-Alltag

Typische Herausforderungen im Azubi-Alltag

Karriere & Finanzen

Von KlinikRente — 18.09.2017

Typische Herausforderungen im Azubi-Alltag

Jeder weiß, dass eine Ausbildung nicht immer ein Kinderspiel ist. Als Azubi im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege wirst du oft mit kniffligen oder stressigen Situationen konfrontiert. Wir kennen deine täglichen Aufgaben und haben für die 10 typischen Herausforderungen in der Ausbildung Tipps parat.

1. Konflikte mit den Kollegen

Wenn es in deiner Ausbildung zu Konflikten mit Kollegen oder Vorgesetzten kommt, dann bist du gut beraten, immer das Gespräch zu suchen. Trotzdem solltest du ausschließen, dass deine Sorgen eher persönlicher Natur sind. Vielleicht hast du eine Abneigung gegen deine Vorgesetzte oder deinen Vorgesetzten? Oder der Ärger kommt von zu erledigenden Aufgaben, die gar nichts mit deiner Ausbildung zu tun haben? Es könnte auch sein, dass ein Kollege dich nicht ernst nimmt und du dich deswegen unwohl fühlst.

Tipps:

Du solltest versuchen, ein „dickes Fell“ zu entwickeln, und nicht jeden Kommentar von den Kollegen auf die Goldwaage legen. Das heißt aber nicht, dass du dir alles gefallen lassen musst.
Wenn du dich wirklich ungerecht behandelt fühlst, dann sprich deine Kollegen direkt darauf an. Du kannst auch deine Kursleitung oder die Schulleitung um Rat fragen. Oft gibt es einen Betriebsrat, eine Jugend- und Auszubildenden-Vertretung oder einen Ansprechpartner für Azubis. Steck den Kopf nicht in den Sand! Finde den richtigen Ansprechpartner – es gibt immer jemanden, der dir hilft, den Konflikt aus dem Weg zu räumen.

2. In der Berufsschule könnte es besser laufen

Der praktische Teil läuft super, aber deine Noten in der Berufsschule lassen zu wünschen übrig? Mit der Sorge um die Zensuren bist du nicht allein: An der Berufsschule ist alles anders als an deiner vorherigen Schule. Passe deine Lernmethoden an die neuen Anforderungen an. Vielleicht brauchst du ein wenig Zeit, um dich an die neuen Situationen zu gewöhnen und herauszufinden, welche Lernstrategie am besten für dich geeignet ist.

Tipps:

Sprich auch mit deinen Lehrern und lass dir von ihnen helfen. Welche Lernmethoden es gibt und wie du dich am besten motivierst, findest du hier.

3. Stress mit dem Dienstplan

Dein Dienstplan ist leider nicht immer so, wie du ihn gerne hättest. Es kann vorkommen, dass du mehrere Dienste nacheinander arbeiten musst und zusätzlich noch zur Berufsschule gehst, denn die Tage in der Berufsschule gelten auch als Arbeitstage. Leider hast du als Azubi obendrein kaum die Gelegenheit, dich an ein Team zu gewöhnen, weil du immer wieder anders eingeteilt wirst.

Wenn dann noch Klausuren dazu kommen, kann es schon mal anstrengend für dich werden – und ehe du dich versiehst, hast du deine Freunde wochenlang nicht gesehen.

Tipps:

Um zu verhindern, dass dein Dienstplan sehr voll gepackt ist und parallel Klausuren anstehen, vereinbare rechtzeitig „Lernurlaub“. Meist reichen 1–2 Tage vor den Klausuren, um den Stoff noch einmal gezielt durchzugehen. Deine Ausbilder werden das im besten Fall verstehen – es ist ja auch in ihrem Interesse, dass du in der Berufsschule gute Noten schreibst.

Trotz des vollen Dienstplans: Versuche, deine Freunde zu treffen und deine Hobbys nicht zu stark zu vernachlässigen. Gerade in stressigen Zeiten solltest du für Ausgleich sorgen!

Die wechselnden Teams kannst du positiv sehen: So bekommst du die einmalige Möglichkeit, von verschiedenen Examinierten zu lernen, und es wird nie langweilig.

4. Schichtarbeit als Herausforderung

Schichtarbeit gehört zu deinem Alltag – leider. Nicht immer ist es so einfach, mit den wechselnden Schichten umzugehen, und es dauert eine gewisse Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Für dich als Azubi werden die ersten Schichten wahrscheinlich aufregend und herausfordernd sein. Es könnte passieren, dass deine Freunde sich abends in der Kneipe treffen, du aber Spätdienst hast und erst viel später nachkommen kannst. Schichtarbeit bedeutet auch ein Risiko für die Gesundheit, denn sie stört deinen natürlichen Schlafrhythmus.

Tipp:

Mit deiner neuen Ausbildung ändert sich auch dein Lebensstil. Durch die Schichtarbeit wird Schlafen zum Luxus. Wie du trotz Schichtarbeit einen gesunden Schlaf finden kannst, erfährst du hier.

5. Das Thema Überstunden

Wirst du in deinem Betrieb öfter dazu angehalten, Überstunden zu machen – oder werden Überstunden sogar vorausgesetzt? Als Azubi bist du dazu auf keinen Fall verpflichtet! Nach deiner regulären Arbeitszeit darfst du immer nach Hause gehen. Nur in absoluten Notfällen kannst du Überstunden leisten, wobei Unterbesetzung nicht als Notfall zählt.

Tipps:

Wenn in deinem Ausbildungsbetrieb Überstunden an der Tagesordnung sein sollten, suche auf jeden Fall das Gespräch mit deinem Vorgesetzten! Du kannst auch deine Kursleitung oder die Schulleitung darauf ansprechen. Denn im Ausbildungsvertrag oder in einer Nebenvereinbarung darf nicht festgelegt werden, dass Azubis pauschal unbezahlte Überstunden leisten müssen. Falls du doch Überstunden geleistet hast, mach dir direkt Gedanken über einen Ausgleich und sprich das Thema an. Als Azubi hast du außerdem Anspruch auf einen Zuschlag. Die Höhe wird durch die Tarifverträge festgelegt. Wenn du regelmäßig Überstunden leistest, dann solltest du den Mut haben und die Situation ansprechen.

6. Tod eines Patienten

Der Tod eines Patienten ist ein besonderes Ereignis, das zu deinem Beruf gehört und Bestandteil deines Alltags ist. In den meisten Fällen hast du keinen emotionalen Bezug zu dem Patienten, sodass du mit der Situation umgehen kannst. Es kann aber immer wieder Situationen geben, die dir nahe gehen. Auch der Umgang mit dem Körper des Patienten nach dem Versterben wird für dich am Anfang ungewohnt sein.

Tipp:

Im Rahmen der Ausbildung ist es sehr wichtig, sich mit dem Thema „Tod“ auseinanderzusetzen. Falls dir der Umgang mit dem Thema oder der Umgang mit den verstorbenen Patienten besonders schwerfällt, solltest du darüber reden. Du könntest jemanden aus deiner Familie oder deinem Freundeskreis ins Vertrauen ziehen. Vielleicht ist dir aber auch ein Ansprechpartner aus dem beruflichen Umfeld lieber – deine Praxisanleiterin oder dein Praxisanleiter oder einer deiner Kollegen. Vielleicht gibt es ja auch einen Vertrauenslehrer an deiner Schule.

Typische Herausforderungen im Azubi-Alltag

7. Stress und Druck

Azubis im Gesundheitswesen müssen lernen, mit Stress und Druck umzugehen: Neben einem umfangreichen Dienstplan gehst du zur Berufsschule und trägst Verantwortung für Patienten. Mal hast du Spätdienst, dann wieder Frühschicht. Dein Privatleben soll auch nicht zu kurz kommen. Das sind ganz schön viele Anforderungen!

Tipp:

Um Stress zu vermeiden, hilft vor allem eines: Im Voraus planen! Erstell dir einen Lernplan, bitte um freie Tage zum Lernen und koordiniere deinen Dienstplan mit deinem Lernplan. Nutze deine Kalenderfunktion im Handy. Wenn du einen guten Plan hast, wirst du es auch schaffen, zwischendurch für Ausgleich zu sorgen, dich ein bisschen zu bewegen und vor allem deine sozialen Kontakte nicht zu vernachlässigen. Vielen Mitauszubildenden geht es genauso wie dir. Tausch dich mit ihnen aus!

8. Tätigkeiten abseits der Ausbildung

Wenn ein Patient klingelt, musst du sofort „springen“, und zu deiner Ausbildung gehören sicher auch Aufgaben, die du nicht magst. Manchmal musst du als Azubi die Dinge erledigen, die sonst keiner machen möchte. Falls etwas von dir verlangt wird, das nicht zu deinem Tätigkeitsbereich gehört, kannst du freundlich darauf hinweisen. Falls es aber vorkommt, dass dir Aufgaben zugeteilt werden, die stark von deiner Ausbildung abweichen, verstößt dies klar gegen die Ausbildungsordnung.

Tipp:

Augen zu und durch! Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kommt es aber häufiger vor, dass deine zugeteilten Aufgaben stark von deiner Ausbildung abweichen, solltest du das Gespräch suchen und auch deine Kursleitung oder die Schulleitung darauf ansprechen. Schließlich bist du ja da, um eine gute Ausbildung zu bekommen und viel zu lernen. Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Ausbildungsinhalte eingehalten werden.

9. Ausbildungsplatz-
wechsel

Die letzte Chance! Du fühlst dich in deiner Ausbildung überhaupt nicht mehr wohl? Die Konflikte in deinem Ausbildungsbetrieb nehmen überhand oder du lernst einfach nichts? Vielleicht fühlst du dich als Azubi einfach ausgenutzt? Wenn zahlreiche Gespräche nicht weitergeholfen haben, ist deine letzte Chance ein Ausbildungsplatzwechsel.

Tipp:

Natürlich solltest du einen Ausbildungsplatzwechsel erst in Erwägung ziehen, wenn du bereits alle Register gezogen hast. Wenn die Situation für dich zu belastend ist, hast du die Möglichkeit, in ein anderes Krankenhaus oder Altenheim zu wechseln. Dort kannst du deine Ausbildung fortsetzen, ohne sie abzubrechen. Für nähere Informationen, ob und wie du deinen Ausbildungsplatz wechseln kannst, solltest du dich in deiner Schule informieren und einen Lehrer um Rat fragen.

10.  Ansprechpartner

Wie du sicher schon bemerkt hast, gibt es zahlreiche Ansprechpartner, die dir bei Konflikten und besonderen Herausforderungen in der Ausbildung weiterhelfen können. Wichtig ist, dass du Schwierigkeiten sofort offen und ehrlich ansprichst, weil sonst für dich eine große Belastung entstehen kann.

Tipp:

In vielen Situationen hilft es, sich mit anderen Azubis auszutauschen. Nimm deinen Mut zusammen und frag die anderen, wie sie mit Konflikten und Schwierigkeiten umgehen. Wenn deine Sorgen eher persönlich sind, wendest du dich besser an deine Eltern, den großen Bruder oder die beste Freundin. Sind es Konflikte mit Kollegen oder läuft es in der Schule nicht so gut, dann kannst du dich an deine Kursleitung, die Schulleitung oder den Vertrauenslehrer wenden. Du solltest immer den Mut haben, Konflikte und Sorgen anzusprechen, denn nur so kann dir geholfen werden!